Wir werden Social Media exemplarisch anhand von Facebook besprechen. Es ist zwar heute nicht mehr exakt abzugrenzen, was social media ist, und was nicht, da auch Suchmaschinen, wie Google mit sozialen Daten und nach relationalen Logiken funktionieren, doch steht Facebook für eine ganz bestimmte funktionale Idee von Community / Gemeinschaft, die wir in der Folge herausarbeiten wollen.
Zuallererst kommen wir nun zur Beschreibung von Facebook, was ist das überhaupt?
Wie stellt sich Facebook selbst dar?
Was würden Sie sagen? Was ist der Zweck von Facebook wie es die Firma ihren Usern schmackhaft machen will? Damit meine ich jetzt nicht die Werbe- und Datenkunden, sondern uns.
Und warum sind Sie dabei?
Was mögen Sie, was ärgert Sie?
Schreiben Sie ein paar Worte in Form eines Kommentars.
Die nächste Frage ist etwas schwieriger, denn vielleicht nicht so offensichtlich:
was ist Facebook alles noch? Wie stellt sich Facebook gerade nicht dar? Oder wie vermeidet Facebook dargestellt zu werden? Etwa wenn es um Datenweitergabe oder Datenschutz geht. Denken Sie an das Spiel "Data Dealer", dessen Trailer wir in der letzten Einheit angesehen haben.
Kennen Sie "diaspora*"? Ein Blick auf die Website http://diasporaproject.org/ hilft vielleicht auch dabei zu erkennen, was Facebook nicht leisten kann oder will. Beachten Sie besonders den Punkt "Own your data".
Meiner Meinung nach wirbt Facebook als Firma damit, dass man mit Bekannten und Freunden einfach in Verbindung treten kann und Informationen über sie bekommt beziehungsweise Inhalte mit ihnen Teilen kann. Sie wollen als „Sprachrohr“ deiner Freunde auftreten. Das merkt man vor allem wenn man sich länger nicht bei Facebook angemeldet hat oder sich abmelden möchte weil dann auf emotionaler Weise versucht wird den Benutzer zu überzeugen, dass er/sie von seinen Freunden vermisst wird. Das Auftreten von Facebook über die Webpräsenz ist relativ zurückhaltend gestaltet. Es scheint mir als möchte Facebook bewusst nur als Infrastruktur wahrgenommen werden.
AntwortenLöschenIch persönlich habe mich sehr lange gegen Facebook gewehrt und mich auch zwischenzeitlich immer wieder für ein halbes Jahr oder länger abgemeldet, aber die einfache Möglichkeit zur Aufrechterhaltung eines „losen“ Kontaktes mit vor allem ausländischen Bekannten hat mich dann doch „überzeugt“. Außerdem finde ich es eigentlich ganz spannend wie sich Personen selbst darstellen beziehungsweise wie grundlegend sich da oft Selbst- und Fremdbild unterscheidet.
Was ich an Facebook mag ist hauptsächlich die Funktion Gruppen zu bilden, wie zum Beispiel haben wir eine Gruppe Webwissenschaften und wenn man irgendein Problem oder eine Frage hat, bietet Facebook eigentlich eine einfache Möglichkeit eine schnelle Antwort zu bekommen. Das wäre natürlich über einen Blog genauso gut möglich, aber wenn man mehrere Gruppen hat ist es bequemer wenn man sich nur auf einer Seite anmelden muss. Das heißt genauer betrachtet gefällt mir daran, dass es einfach ist und quasi jeder Mitglied ist, das heißt ich weiß genau was ich auf der Seite finden kann und muss nicht lange suchen. Was mir nicht gefällt ist wesentlich einfacher zu beantworten, zum einen dass man sich nicht wirklich abmelden kann, weil die Daten immer gespeichert bleiben. Weiters dass man zwar den Eindruck hat dass man viele Einstellungen verändern kann, aber im Grunde ist man ziemlich machtlos was mit den eigenen Daten passiert und dass vieles was auf Facebook steht von ganz viele Leute für „wichtig und richtig“ genommen wird.
Meiner Meinung nach ist Facebook auch nur ein Portal, dass versucht möglichst viele Daten zu sammeln und weiterzuverwenden. Die Vorgehensweise wird zwar immer mit dem Argument „um den Kundennutzen zu verbessern“ zu entkräften versucht, aber dennoch ist niemandem so ganz genau klar für was seine Daten verwendet werden. Der große Vorteil für Facebook ist, dass die Mehrheit der Personen abhängig nach diesem System ist und sie sich zwar grundsätzlich gegen das Sammeln von Daten etc. ausspricht, aber dennoch hat es letztendlich keine Auswirkung beziehungsweise Schaden für Facebook selbst, weil sich nur die wenigsten dann wirklich von dem System trennen können. Mein Eindruck ist auch dass der Aspekt einer „Werbeplattform“ immer stärker wird. Immer mehr Firmen sind auf der Plattform vertreten die durch Gewinnspiele und andere „Tricks“ die Leute zum „teilen“ auffordern und so ist man immer einer gewisser Flut an Werbung ausgesetzt.
Facebook tritt als Unternehmen (Aktiengesellschaft) nach außen hin auf ist für viele jedoch nur als Internetplattform zur Vernetzung von Personen bekannt und bestimmt bei vielen Menschen mittlerweile nicht nur deren Informationsversorgung nach Außen sondern das gesamte Freizeitverhalten. Facebook selbst versucht ständig mit diversen Änderungen Verbesserungen vornehmen zu können, welche über die negativen Effekte des Werbetreibens auf FB hinwegtäuschen sollen. Durch eine gewisse Monopolostellung profitiert FB jedoch an der Macht der Vielen welche Mitglieder von FB sind und in ihrem netzartigen Zusammenleben auch die latent beteiligten User in ihren Reihen halten.
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AntwortenLöschenFacebook versucht seinen Nutzern einen gewissen Vorteil zu vermitteln (Nähe, Regionalität und dennoch globale Information, Zugang zu weit entfernten, Zugang zu Nahem/Persönlichem, Persönliche Nachrichten, unabhängiges Liken und Kommentieren, Repräsentation und Selbstdarstellung nach Außen und zur Stärkung des Selbstbildes.
Facebook versucht seinen Usern möglichst viele Anregungen zu bieten um möglichst oft online zu sein und um möglichst viele unterschiedliche Informationen mit unterschiedlichen Menschen unterschiedlich ausgerichteter Netzwerke (Netzwerke: Uni, Schule, Beruf, privater Freundes- und Bekanntenkreis, Liebschaften, Bekannte vom Ausgehen, Familie, Bekannte) zu teilen. Dadurch kann Facebook vermehrt auf Daten zugreifen um immer spezifischer Abbilder unserer Profile machen zu können.
Ich bin seit ca. 5 Jahren bei Facebook und war zuerst auf Grund des komischen Namens und des langweiligen Designs eher abgeneigt. Dazumal fand ich MySpace, bei welchem ein persönliches graphisches Anpassen des Profils möglich war und zudem mehr Bezug zur Musikbranche (kennenlernen unbekannter Künstler) vorhanden war besser als Facebook. Da plötzlich aber die meisten meiner Freunde sich bei Facebook anmeldeten folgte ich diesen. Mittlerweise sind schätzungsweise 80% meiner tatsächlichen Freunde bei Facebook. Der Vorteil ist die rasche und kostenlose asynchrone Kommunikation via PM bzw synchron per Chat. Man rezipiert Beiträge und Fotos anderer und hat die Möglichkeit mit diesen zu interagieren (wie eine Tageszeitung, die ausschließlich darüber schreibt was andere bewegt), FB (die Posts anderer) animiert zu neuen Ideen und verlinken zu weiteren Seiten des www. Ärgerlich sind vor allem als Posting-getarnte Werbeeinschaltungen zwischen den Postings, un-personalisierter Postings am Seitenrand, sowie in FB-Beiträge eingeschleuste Viren bzw Trojaner.
Wie "Kathi" schon gesagt hat ist das oberste Ziel von FB den Mehrwert für die User daher zu steigern um vermehrt an Daten zu gelangen, die in Verknüpfung zueinander wiederum einen Werbewert für Facebook bedeuten. Findet Facebook in der Zukunft neue Wege Vorteile für User plakativ aufzuzeigen bzw sie diesen zugänglich zu machen, so werden die User auch weiterhin bereit sein Daten preiszugeben, solange sie einen Nutzen daraus ziehen können. Doch sobald der Nutzen nur noch Einseitig sichtbar ist, wird eine der beiden Seiten (zb Userseite) abtrünnig werden und zu einem konkurrierenden Medium mit einem Mehrnutzen wechseln. Meiner Meinung nach werden in der Zukunft die negativen Effekte von tatsächlich störender und nicht mehr latent auftretender Werbung so massiv sein, dass eine einwandfreie Nutzung maßgeblich gestört sein wird. Das wird den Abgang zahlreicher User (vor allem soziale Mitläufer) zur Folge haben. Ein relevanter Aspekt wird auch noch jener des Datenschutzes werden, bedenkt man dass es derzeit noch keine gänzlich weltweit einheitlichen Datenschutzgesetze gibt und dass man über FB beispielsweise externen Anwendungen Zugriff auf Daten von Dritten (Freunden) gibt.
Von Diaspora habe ich zwar schon einmal vor einiger Zeit gehört, jedoch habe ich bislang noch nie das Bedürfnis gehabt dieses zu nutzen. Das kommt daher da ich durch die Nutzung von Facebook nie gezwungen war gleichzeitig mehrere Netzwerke zu nutzen, bzw Informationen mittels Diaspora zu verwalten. Der Grund der Facebook-Nutzung liegt daher darin, da alle anderen auch FB nutzen und ich als FB-User uneingeschränkten Zugang zu deren Profilen habe und zudem mit dessen Funktionalitäten umzugehen weiß
Wie Kathi in ihrem Kommentar schon erwähnt hat, wirbt Facebook damit, dass man die Plattform nutzen kann um mit Freunden weltweit in Kontakt zu treten und auch zu bleiben. Ebenso ist ein weiterer Aspekt, dass wir durch Facebook auch Informationen von unseren „Freunden“ erhalten und Inhalte mit ihnen Teilen können.
AntwortenLöschenIch selbst bin nun seit 2008 auf Facebook und hab damals von meinen Freunden erfahren, dass es diese Plattform gibt. Davor war ich auf regionalen Plattformen und auf MySpace angemeldet. An Facebook mag ich beispielsweise, das es dadurch einfach möglich ist, mich mit Freunden und Bekannten im Ausland auszutauschen. Zudem finde ich auch Funktionen, wie etwa, dass Gruppen erstellt werden können, usw. sehr hilfreich, vor allem dann, wenn man mit mehreren Leuten gemeinsam an etwas arbeitet. Generell finde ich Facebook mittlerweile etwas langweilig. Das mag einerseits daran liegen, dass ich nun älter bin, andererseits denke ich aber das jede Plattform irgendwann die Anziehungskraft verliert und so auch Facebook. Ärgerlich finde ich vor allem die Werbeanzeigen. Besonders störend ist dabei die Personalisierung, denn eigentlich möchte ich selber entscheiden, was mich interessiert und was nicht. Wie auch im Kommentar von Kathi erwähnt wurde, ist auch das Design relativ schlicht und langweilig, was natürlich sicher bewusst so gestaltet ist.
Facebook möchte seinen Usern viele Vorteile bieten und dies funktioniert auf den ersten Blick auch ganz gut. Betrachtet man Facebook jedoch genauer, merkt man schnell, dass auch diese Firma nicht nur das Wohl seiner User vorantreibt.
Wie auch schon in den Kommentaren zuvor beschrieben, ist Facebook hauptsächlich daran interessiert Daten zu sammeln, und zwar soviele wie möglich. Als ich vor ca. 2 Jahren einen Vortrag von Max Schrems bezüglich Facebook hörte, wurde mir erst so richtig klar, wie schwierig es ist, die gesammelten Daten zu meiner Person herauszufinden. Besonders das Thema Datenschutz hat viele User aufmerksam gemacht. Auch ich wurde bezüglich dem Datenschutz von Jahr zu Jahr aufmerksamer. Facebook will auf keinen Fall als „Daten-Dealer“ dargestellt werden.
Das Serious Game „Data Dealer“ macht aufmerksam, wie einfach es eigentlich heutzutage schon ist, von Personen die Daten zu sammeln. Erschreckend dabei ist, dass viele gar nicht wissen, wodurch sie ihre ganzen Daten „versenden“. Meiner Meinung nach ist hier noch viel Aufklärungsarbeit notwendig. "Data-Dealer" ist für mich hierfür ein tolles Beispiel.
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AntwortenLöschenBei Facebook bin ich seit Oktober 2007 angemeldet. Den Anstoß dazu gab mir das für mich damals für mich recht interessante StudiVZ und Freunde, die meinten, in Facebook könnte man sich international vernetzen. Lange tat ich mit dem angemeldeten Account rein gar nichts, bis sich nach und nach immer mehr Menschen aus meinem Umfeld sich anmeldeten. Facebook wuchs rasant und gleichzeitig begannen ähnliche Communities wie Szene1, StudiVZ und mySpace völlig uninteressant zu werden. Anfangs wunderte ich mich über den Ansturm, dann bemerkte ich einen großen Unterschied zu anderen Portalen. Die Möglichkeit, dass andere User sehen können, wenn man deren Profil besucht, fehlt bei Facebook. Ich vermute, dass dies ein großer Aspekt des Erfolges ist. Es begann dann eine Zeit in der man in Facebook beinahe jede Kleinigkeit über jeden lesen konnte. Dieser Trend ist meinem Beobachtungen nach sehr stark zurück gegangen. Jetzt wird weniger getextet, aber mehr Fotos von sich, Urlauben, Autos, Hobbys, Kindern und Partyfotos werden veröffentlicht.
AntwortenLöschenZwischenzeitlich bekomme ich immer wieder das Bedürfnis mich abzumelden, aber letztendlich bin ich immer noch dabei und hab auch jede Stilllegung meines Accounts relativ schnell wieder aufgehoben. Gründe dafür sind: Ich bin einfach neugierig und es gibt einfach sehr viele Informationen in der Plattform, die man bequem und einfach über andere erfährt. Dies ist vor allem toll, wenn man Freunde hat, die zB lange auf Reisen sind oder gar sich am anderen Ende der Welt niedergelassen haben. Ein anderer Grund ist, wie meine Kollegin Kathi schon erwähnt hat, die Bildung der Gruppen. Dies ist eine Funktion die ich sehr gerne und auch viel nutze, egal ob beruflich oder privat. Mein persönliches Lieblingsfeature von Facebook sind die Veranstaltungen. Damit hat man kommende Veranstaltungen immer leicht im Auge, muss sich nichts mühsam zusammensuchen, sieht wer von den Freunden bestimmte Veranstaltungen noch besucht und kann infolgedessen mit denen in Kontakt treten wegen gemeinsamer Hin- und Rückfahrt beispielsweise.
Was mich an Facebook stört ist der Verlust der Kontrolle über gewisse Daten. Es wird einem oft gar nicht mehr so leicht gemacht gewisse Daten zu verändern oder wieder zu entfernen. Es ärgert mich zum Beispiel, dass Facebook den User forciert seinen richtigen Namen anzugeben. Es ist mir klar, dass das Unternehmen daran interessiert ist, aber es soll meiner Meinung in der Selbstbestimmung liegen, mit einem Kosenamen oder Künstlernamen oder ähnlichem aufzutreten. Ändert man den Namen zu oft, erscheint eine Sperre und man kann seinen bestehenden Namen nur mehr ändern indem man ein Mail an Facebook verfasst mit der Angabe des richtigen Namens, dann wird dieser vom Unternehmen endgültig geändert. Auch der Versuch von Facebook gewisse Handlungen von Usern erwartbar zu machen wird immer deutlicher. Aktuelles Beispiel die permanente Frage nach Infos zur eigenen Person, die noch nicht vollständig angegeben sind. Ich habe beispielsweise keinen Arbeitgeber angegeben und Facebook fragt mich jedes mal danach mit Vorschlägen wo sie anhand von den Daten meiner Freunde glauben, dass ich arbeiten könnte. Es wird der User immer und immer wieder auf das Fehlen der Information hingewiesen, bis man sie vervollständigt oder die Meldung entfernt. Ein solch ausgeklügeltes Vorgehen zeigt, wie immens wichtig es für das Unternehmen sein muss, alle diese Infos zu besitzen und beunruhigt mich, wenn ich ehrlich bin. Facebook versucht sich so darzustellen, als werden Daten nur im Sinne der eigenen Person und deren Freunde gesammelt, versucht aber das Firmeninteresse daran zu verschleiern. Ein gutes Beispiel dafür lieferte, wie meine Kollegin Sandra schon erwähnte, Max Schrems, der in 22 Fällen Anzeige gegen Facebook wegen Datenschutzverstößen erhob.
Sehr erschreckend finde ich, dass sich Nachrichten auf Facebook nicht mehr löschen lassen. Die Nachrichten können auf Facebook lediglich ins Archiv verschoben werden. Diese Funktion sollte meiner Meinung nach als Vorraussetzung gelten und nicht durch viele Umstände erst erreichbar sein.
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