Montag, 1. Juli 2013

Über diesen Blog

Die Aufgabe dieses kleinen Blogs ist es, die Seminardiskussion weiterzuführen. Ich bitte die SeminarteilnehmerInnen dieses Angebot anzunehmen, denn nur so kann ich Sie mit einer Note abschließen. Dh. ich wünsche mir von allen mind. einen Kurzkommentar zu jedem meiner Posts (aber wenn möglich auch Reaktionen auf die Posts Ihrer KollegInnen) spätestens bis Ende Juli 2013.

Nach längerem Überlegen habe ich beschlossen keine Folien hier abzustellen, die Sie dann durchsehen, sondern Sie aktiv werden zu lassen, indem ich Sie bitte auf gewisse Positionen zu reagieren. Fragen an Sie sind kursiv gehalten. Bitte reagieren Sie direkt im Kommentarfeld unter den jeweiligen Posts.

Ich hoffe, das trifft Ihre Erwartungen trotzdem und Sie haben auch ein bisschen Spass am themenbezogenen Surfen und Nachdenken.

Mit besten Grüßen
KM

Leaking


Beginnen wir gleich in medias res und zwar mit WikiLeaks.

"WikiLeaks is a not-for-profit media organisation. Our goal is to bring important news and information to the public. We provide an innovative, secure and anonymous way for sources to leak information to our journalists (our electronic drop box). One of our most important activities is to publish original source material alongside our news stories so readers and historians alike can see evidence of the truth. We are a young organisation that has grown very quickly, relying on a network of dedicated volunteers around the globe. Since 2007, when the organisation was officially launched, WikiLeaks has worked to report on and publish important information. We also develop and adapt technologies to support these activities."

Bitte gehen Sie zur Seite http://wikileaks.org/
Dort stöbern Sie bitte mal ein bisschen und suchen Sie sich ein Thema von Interesse. Beschreiben Sie das Thema kurz und erläutern Sie die Art der Dokumente in Stichworten. Ist für Sie transparent, worum es sich handelt, woher die Daten stammen, ...?

In seinem Artikel spricht Stalder von "leakiness" als einer neuen (alten) Form von Zugang. Seit es Medien gibt haben Regime und Gegenregime diese benutzt um Informationen gezielt einzusetzen. Das nennt man auch Informationspolitik. Das gezielte Durchsickern ist jedoch etwas anderes als das eigenmächtige Platzieren von sensiblen Informationen durch die Zivilgesellschaft, die es geschafft hat (relativ) effektive Infrastrukturen für anonymisierte Kommunikation zu schaffen. Und damit hat sich auch der Maßstab geändert. Heute kann man Millionen Dokumente gleichzeitig verfügbar machen. Die Frage besteht darin, ob es Sinn macht. Ob es nicht zielführender ist, die Dokumente vorher zu prüfen, und gewisse Informationen gar zurückzuhalten....

Wir haben es hier mit der Frage zu tun, ob völlige Transparenz in bezug auf problematische Situationen oder Kontroversen wirklich die Lösung ist. Was meinen Sie dazu? 




Im Falle des aufgedeckten Offshore Finanznetzwerkes wurde ein anderer Weg gegangen.
Siehe: http://www.icij.org/offshore oder http://www.sueddeutsche.de/thema/OffshoreLeaks

Hier findet sich eine genaue Beschreibung der Vorgehensweise:
http://www.sueddeutsche.de/kolumne/werkstattbericht-zu-offshore-leaks-wie-computer-forensik-das-offshore-system-entschluesselte-1.1640079

250 GB Daten bestehend aus Emails, PDFs, Bildern, XLS Files, Datenbank usw. wurden von 86 investigativen JournalistInnen in 46 Ländern systematisch aufgearbeitet und analysiert. Dazu musste erst einmal ein privates und sicheres Kommunikationsnetwerk geschaffen werden, sodass die Kollegen sich gegenseitig informieren konnten. Weiters wurde auf so genannte Forensische Systeme zugegriffen (NUIX), deren Aufgabe nicht nur in der Suche nach Information, sondern im Indizieren, Vergleichen, Extrahieren und in der Datenanalyse und im Datenmanagment liegt.
Schlussendlich fand man ca. 122.000 Offshore Firmen, 12.000 Vermittler, 130.000 Individuen in 170 Ländern, die man nun mit diversen Methoden (z.B. Soziale Netzwerkanalyse) weiter analysieren konnte.



Besonders interessant sind aber auch die Files, die im Zusammenhang mit den NSA Leaks aufgetaucht sind. Und zwar die Powerpoint Folien, die in Vorträgen mit bullet points die Überwachungstechniken zusammenfassen. Oder etwa die sehr präzise ausgeführten COMINT Standard Operating Procedures Anleitungen, die Punkt für Punkt das Vorgehen erläutern.

Siehe dazu: http://www.guardian.co.uk/world/the-nsa-files

Nun könnte man untersuchen, wie schnell sich die Nachrichten über "prism" und ähnliche Programme im Internet ausgebreitet haben, und welche user-Gruppen besonders aktiv darüber diskutieren. Wie könnte man dies anlegen, welches soziale Medium würde sich für eine solche Untersuchung wohl am besten eigenen?






Open Data



Bei Open Data handelt es sich um Daten aus Forschung oder Administration, die mittels open access frei zugänglich sind und auch weiterverarbeitet werden dürfen.

Es wird davon ausgegangen, dass durch die Einführung dieser Transparenz für öffentliche oder durch öffentliche Hand geförderte Daten der positive Effekt eintritt, mehr und robustere Ergebnisse zu erzielen. So können viele eher Muster in großen Datensätzen finden, innovative Ansätze ausprobieren, als wenige. So kann neues Wissen geschaffen werden, siehe beispielsweise diesen Artikel.

Es existieren bereits viele solche Open Data Initiativen, wie auch in Österreich:
http://gov.opendata.at/
(hier im Zusammenhang der Open Government Initiative)

Welche Open Data Initiativen sind Ihnen schon begegnet?

Definitionen:

Availability and Access: the data must be available as a whole and at no more than a reasonable reproduction cost, preferably by downloading over the internet. The data must also be available in a convenient and modifiable form.
Reuse and Redistribution: the data must be provided under terms that permit reuse and redistribution including the intermixing with other datasets.
Universal Participation: everyone must be able to use, reuse and redistribute - there should be no discrimination against fields of endeavour or against persons or groups. For example, ‘non-commercial’ restrictions that would prevent ‘commercial’ use, or restrictions of use for certain purposes (e.g. only in education), are not allowed.


Im Artikel von Arzberger et al. werden folgende Prinzipien für erfolgreiche Open Data Projekte angegeben.

Openness
Transparency of access and active dissemination
Assignment and assumption of formal responsibility
Professionalism
Interoperability
Quality
Operational Efficiency
Flexibility
Property
Legality
Accountability
Suchen Sie sich eines der Kriterien heraus und kommentieren Sie indem Sie dessen Bedeutung kurz zusammenfassen und überlegen, ob dies einfach oder schwierig zu erreichen ist.

Apropos der Artikel von Arzberger et al. Dieser ist typisch für einen Artikel im Feld der Politikberatung. Der Stil der Listen und Operationalisierungen wird hier ganz deutlich. Ist Ihnen aufgefallen, wie oft der Begriff "public" hier vorkommt?

global public goods 
mixture of public and private funds 
norms of public science 
public account 
public availability 
public data 
public domain 
public funding 
public good 
public health 
public interest 
public investments 
public knowledge 
public meteorological data 
public policy 
public realm 
public research 
public research data 
public research institutions 
public researchers 
public resources 
public sector 
public users 
public-private partnerships 
publication 
publicly funded research data 
the broader public 
the public