Open Access bedeutet zunächst einmal "offener Zugang". Der Begriff wurde im Kontext des Publikationssystems wissenschaftlichen Wissens geprägt, und feiert heuer bereits seinen offiziellen 11. Geburtstag. Das Grundproblem bestand (und besteht heute auch noch) darin, dass mit öffentlichen Geldern geförderte Forschung und deren Ergebnisse meist nicht frei zugänglich waren (und sind). Das bedeutet, dass sie meist in Form von Zeitschriftenartikeln oder Büchern zwar verfügbar sind, aber kostenpflichtig, und dass die AutorInnen (die WissenschaftlerInnen) die Verwertungsrechte ihrer Publikationen an Verlage abgeben. Ein offener Zugang bedeutet also demnach, dass solche, durch öffentliche Gelder finanzierte Forschungsresultate, für die Öffentlichkeit ohne weitere Kosten einsehbar sein sollten.
"Open Access meint, dass diese [= die wissenschaftliche, Anm. d. Red.] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird." (Budapester Open Access Initiative)
Ein guter Überblick zum Thema Open Access findet sich hier: http://open-access.net/at_de/
Seit 2002 (Budapest Open Access Initiative) und 2003 (Berlin Open Access Declaration) hat sich einiges getan. Es finden sich unzählige Open Access Repositories und Open Access Zeitschriften im Internet.
Das Thema ist in aller forschungspolitischen Debatten präsent, es wird an Universitäten gelehrt, in Regierungen verabschiedet, und inzwischen auch von den Verlagshäusern (und einer damals angeblich 8 Milliarden Dollar schwerer Industrie) ernst genommen.
So hat die Content-Industrie auch ein neues Open Access Modell vorgeschlagen, das ihren diversen Aufwänden entgegenkommt: den sogenannten "gold standard".
Der "goldene Weg" sieht vor, dass die Verlage gegen eine Abschlagszahlung/Publikationsgebühr der AutorInnen/Institutionen ihren Aufwand renumeriert bekommen und erst so den Inhalt im Internet frei und offen verfügbar machen. Hierbei gibt es verschiedene Geschäftsmodelle, die hier sehr gut beschrieben werden. Doch handelt es sich bei diesem Ansatz um eine erneute Bezahlung, die meist wieder von öffentlicher Hand getragen wird. Aber immerhin ist der Inhalt danach zugänglich.
Der "grüne Weg", oft auch "Selbstarchivierung" genannt, sieht vor, dass die AutorInnen ihre Werke selbst veröffentlichen, entweder als "pre-prints" oder "post-prints".
Wenn nicht konsequent der Weg des Open Access verfolgt wird, dann besteht die Gefahr des "epistemological enclosure" (Tamson Pietsch), der "Einkapselung der Erkenntnis" indem öffentliches Gut systematisch in privaten Profit überführt wird.
Verwenden Sie open access Publikationen? Kennen Sie so genannte open access repositories?
Hier wollen wir unser Seminar online weiterführen. Sommersemester 2013 http://www.jku.at/content/e262/e242/e2666/e104207/
Sonntag, 30. Juni 2013
Creative Commons
Commons, das ist das Allgemeingut, das öffentliche Gut. Dieser Begriff wird auch als Name einer bestimmten Lizenzform zur Weitergabe und Verwertung digitaler Inhalte, wie Software oder Content verwendet.
So gibt es beispielsweise die Organisation "creative commons", die solch vorgefertigte Lizenzverträge für kreative Inhalte anbietet.
In folgendem Video stellt die Organisation ihre Werte vor, ihre Idee einer "culture of sharing":
http://creativecommons.org/videos/a-shared-culture
A Shared Culture by Jesse Dylan is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike (CC BY-NC-SA) license.
Weitere Videos finden sich hier: https://creativecommons.org/videos/wanna-work-together
"Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet. Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. CC ist dabei selber weder als Verwerter noch als Verleger von Inhalten tätig und ist auch nicht Vertragspartner von Urhebern und Rechteinhabern, die ihre Inhalte unter CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen. Die CC-Lizenzverträge werden also von den Urhebern übernommen und in eigener Verantwortung verwendet, um klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und was nicht. CC-Lizenzen richten sich als so genannte “Jedermannlizenzen” an alle Betrachter dieser Inhalte gleichermaßen und geben zusätzliche Freiheiten. Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt. Welche Freiheiten genau zusätzlich geboten werden, hängt davon ab, welcher der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommt."
http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/
Die Lizenzverträge sind modular aufgebaut, es gibt bei cc 6 Möglichkeiten diese Module zu verbinden:
Infografik: "Creative Commons - Was ist und bedeutet das?" (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org). Diese Infografik darf gerne geteilt / verbloggt werden (CC-BY-SA)
In dem Video von cc aus dem Jahre 2008 wird immer wieder eine Kultur des Teilens angesprochen, die wir durch die immer restriktiver werdenden Rechteverwaltungen verlieren. Auch wird immer wieder der "community" Begriff angewendet. Hierbei geht es also nicht um "networked individuals" (siehe Blogeinträge zu Social Media/Community), sondern im Gegenteil darum, dass einerseits Content und Community sich gegenseitig bedingen, und andererseits, dass eine Gemeinschaft, die eine andere Idee von "intellectual property" vertritt, auch gemeinsam eine solche zum Leben erwecken kann.....
So gibt es beispielsweise die Organisation "creative commons", die solch vorgefertigte Lizenzverträge für kreative Inhalte anbietet.
In folgendem Video stellt die Organisation ihre Werte vor, ihre Idee einer "culture of sharing":
http://creativecommons.org/videos/a-shared-culture
A Shared Culture by Jesse Dylan is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike (CC BY-NC-SA) license.
Weitere Videos finden sich hier: https://creativecommons.org/videos/wanna-work-together
"Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet. Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. CC ist dabei selber weder als Verwerter noch als Verleger von Inhalten tätig und ist auch nicht Vertragspartner von Urhebern und Rechteinhabern, die ihre Inhalte unter CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen. Die CC-Lizenzverträge werden also von den Urhebern übernommen und in eigener Verantwortung verwendet, um klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und was nicht. CC-Lizenzen richten sich als so genannte “Jedermannlizenzen” an alle Betrachter dieser Inhalte gleichermaßen und geben zusätzliche Freiheiten. Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt. Welche Freiheiten genau zusätzlich geboten werden, hängt davon ab, welcher der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommt."
http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/
Die Lizenzverträge sind modular aufgebaut, es gibt bei cc 6 Möglichkeiten diese Module zu verbinden:
Folgende Infografik kann die Entscheidungen für die passende cc Lizenz vielleicht besser erklären:
Infografik: "Creative Commons - Was ist und bedeutet das?" (von Martin Mißfeldt / Bildersuche.org). Diese Infografik darf gerne geteilt / verbloggt werden (CC-BY-SA)
In dem Video von cc aus dem Jahre 2008 wird immer wieder eine Kultur des Teilens angesprochen, die wir durch die immer restriktiver werdenden Rechteverwaltungen verlieren. Auch wird immer wieder der "community" Begriff angewendet. Hierbei geht es also nicht um "networked individuals" (siehe Blogeinträge zu Social Media/Community), sondern im Gegenteil darum, dass einerseits Content und Community sich gegenseitig bedingen, und andererseits, dass eine Gemeinschaft, die eine andere Idee von "intellectual property" vertritt, auch gemeinsam eine solche zum Leben erwecken kann.....
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